Alles verändert sich

Ein Vermittlungsprojekt zur Ruine der Franziskaner Klosterkirche

Zusammen mit der Illustratorin und Grafikerin Pauline Recke und in Kooperation mit JiM e.V. plant die Künstlerin Grit Hachmeister mit Berliner jugendlichen SchülerInnen eine Projektwoche rund um die geschichtliche Mitte Berlins. Die Ruine der Franziskaner Klosterkirche fungiert dabei als Ausgangspunkt. Ähnlich wie in Ettore Scolas Film „Le Bal – Der Tanzsaal“ (1983), der anhand eines einzigen Ortes einen Streifzug durch die Geschichte des 20.Jh. macht, werden sie sich gemeinsam auf eine Zeitreise begeben. Es werden die Reste des ursprünglichen Berlins (auf)gesucht, eine Archäologin befragt und verschwundene Orte visualisiert. Am Ende soll ein Druckerzeugnis entstehen, welches auf der einen Seite einen von den Schüler_innen entwickelten Stadtplan des alten und neuen Berlins abbildet und auf der anderen Seite die Bedeutung der Orte jugendgerecht (in Form eines Fotoromans oder Comics) vermittelt.

Die Identität eines Menschen ist nicht in Stein gemeißelt. Für manche, die alles haben, bedeutet Veränderung Angst, alles zu verlieren. Für andere, die alles verloren haben, bedeutet Veränderung Hoffnung auf bessere Zeiten. Auch Orte wandeln sich, obwohl sie aus Steinen erbaut wurden. Was sagt uns ein Gebäude über die Gesellschaft, die es erbaut/umgewandelt/zerstört hat? Inwiefern ist Geschichte immer auch deren Interpretation und Wahrnehmung aus Sicht des Gegenwärtigen? Und Inwieweit beeinflussen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einander?

Als im Spätmittelalter Alt-Berlin und Cölln zu einer Doppelstadt zusammenwuchsen, konnte man noch nicht ahnen dass daraus 700 Jahre später eine Millionenstadt wird. Aus der Gründungsphase Berlins sind noch einige wenige Bauten erhalten geblieben, darunter die Ruine der Franziskaner Klosterkirche, die Heilig-Geist-Kapelle, die Marien- und die Nikolaikirche. Die Geschichte dieser Orte spiegelt die Geschichte Berlins wieder. Die Franziskaner Klosterkirche gehörte im 13./14. Jhdt. zu einem Franziskaner Kloster, welches nach der Einführung der Reformation aufgelöst wurde. Später befanden sich dort die erste Berliner Druckerei und das Gymnasium zum Grauen Kloster. 1945 wurden Kirche und Kloster durch Bombenangriffe stark beschädigt. Spätere U-Bahnbauarbeiten und Straßenbauarbeiten bewirkten weitere Zerstörungen. Heute steht nur noch die Ruine der Klosterkirche.

Gefördert durch den Projektfonds Kulturelle Bildung Berlin – Fördersäule 3 in Mitte.

Konzept: Pauline Recke, Grit Hachmeister und Katrin Boemke (Jugend im Museum e.V.)
Durchführung:  Pauline Recke, Grit Hachmeister
Antragsteller: Grit Hachmeister mit Jugend im Museum e.V.
Grafik: Grit Hachmeister