Standortwechsel 2021 - Im Grünen

Bereits zum dritten Mal und trotz der Corona-Pandemie wurde das Residenzprogramm „Standortwechsel“ von Jugend im Museum e.V. und der Berlinischen Galerie realisiert!
Nach der Kunstwerkstatt 2019 und der Offenen FIlmwerkstatt für Mädchen 2020 werden vor allem die Räume außerhalb des Museums und des ABJ - im Grünen - genutzt.

In den Ausnahmemonaten der Corona-Pandemie, zwischen Shutdown und Kontaktbeschränkungen, findet das Programm „Standortwechsel“ 2021 seinen Weg ins Grüne.

Jeden Donnerstag treffen sich Frauen, die in einer Gemeinschaftsunterkunft in Kreuzberg leben, bis vor Kurzem lebten oder dort arbeiten, um gemeinsam Ausflüge in die Ausstellungen der Berlinischen Galerie, in die Stadt und in den Grunewald zu unternehmen. Die Frauen kommen aus Afghanistan, Aserbaidschan, Deutschland, dem Iran, dem Libanon, Syrien und Tschetschenien. In Begleitung einer Heilpädagogin und einer Kunstvermittlerin gehen sie den Fragen nach: Was ist (m-) eine Landschaft? Mit welcher Landschaft fühle ich mich verbunden? Welche Elemente sind typisch für diese Landschaft, was gehört dazu, was stört? Wie nehme ich den Berliner Grunewald, den sandigen Boden, den Geruch von Harz oder die Krumme Lanke wahr und mit welchen landschaftlichen Erinnerungen vergleiche ich diese Eindrücke? Die Gruppe ist mit dem Skizzenbuch, Audiogeräten und Handykameras unterwegs. Es werden Wegepläne und Bodenskizzen angefertigt, es wird gezeichnet, fotografiert und mit der eigenen Person als Motiv in Berliner Landschaften experimentiert. Die Ausstellungen der Berlinischen Galerie bieten Anknüpfungspunkte, um gemeinsam über die Zusammenhänge von Landschaft, Identität und gesellschaftliche Vorstellungen nachzudenken. Ausgangspunkt ist die These: Die Landschaft (oder unser Bild davon) ist ein sozial konstruierter Raum.

Projektleitung: Beate Gorges (Kunstvermittlerin), Barbara Weidner (Dipl. Heilpädagogin)

Eine Kooperation der Berlinischen Galerie mit Jugend im Museum e.V. und und der Gemeinschaftsunterkunft Stallschreiberstraße.

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„Standortwechsel“ ist ein Residenzprogramm für Berliner Künstler*innen oder Kollektive, die selbst von Ausschlüssen betroffen sind oder mit benachteiligten Gruppen kooperieren. Die Berlinische Galerie und Jugend im Museum e.V. laden sie ein, gemeinsam über ein Jahr hinweg im Museum zu arbeiten und ihre Perspektiven einzubringen. Die öffentliche Kunstaktion hat die Absicht, neue Stimmen im Ausstellungsraum zu versammeln und Menschen ins Gespräch zu bringen. Standortwechsel ist ein solidarischer Raum, in dem es um die Frage geht, wie wir im Kunstmuseum gesellschaftliche Inklusion leben können.

Das Programm ist gefördert durch die Schering Stiftung.

Mehr zum Projekt Standortwechsel 2020 /// Mehr zu Standortwechsel 2019


Foto © Barbara Weidner