Seit 2011 engagiert sich Jugend im Museum e.V. im Bereich des Globalen Lernens und verbindet sinnstiftend politische mit kultureller Bildung in kreativen Formaten für Kinder, Jugendliche und Familien. Im Rahmen der Vermittlungsreihe POSITIONEN werden jeweils für drei Jahre Projekte mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zum Lernen in globalen Zusammenhängen im Kontext von Museen verwirklicht.
Mit dem neuen Projekt VOM BLEIBEN UND VOM KOMMEN erinnern wir daran, dass Migration kein neues Phänomen ist, sondern ein dauerhafter menschlicher Prozess, der unsere Geschichte und Welt entscheidend geprägt hat. Wir zeigen auf, dass Migration vielschichtig ist und nicht linear verläuft. Menschen verlassen ihre Heimat nicht nur, sie kehren auch zurück, ziehen weiter, bleiben eine Zeit lang oder entscheiden sich erneut, wegzugehen. Im Projekt bildet diese Dynamik die Basis, auf der Themen wie Zugehörigkeit, kulturelle Identität und visionäre Kräfte im Wechsel zwischen Bleiben und Kommen, Verweilen und Bewegung beleuchtet werden.
Die UN-Nachhaltigkeitsziele können Migration auf mehreren Ebenen beeinflussen. Sie können direkt oder indirekt auf Lebensbedingungen einwirken und so mitunter zu Entscheidungen beitragen, ob Menschen bleiben können oder gezwungen sind zu gehen. Vor dem Hintergrund des kritischen Umgangs mit eurozentristisch und westlich geprägten Sichtweisen stellt das Projekt auch die Frage, inwieweit die Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele die Ursachen von Migration beeinflussen könnten. Dies schließt die Auseinandersetzung mit Machtstrukturen, die Ungleichheiten erzeugen und oft ihre Wurzeln im Kolonialismus haben, ein.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen daher die Beschäftigung mit verschiedenen globalen Zusammenhängen und das Entwickeln von Handlungsoptionen für ein gerechteres und ökologisch verantwortungsvolles Zusammenleben weltweit. Die kreative Vermittlungsarbeit des Projekts VOM BLEIBEN UND VOM KOMMEN konzentriert sich bis 2028 auf diese Fragen im Bereich der frühkindlichen Bildung in Kita und Grundschule. Interdisziplinär werden mit Pädagog*innen, Museumsmitarbeiter*innen und Bildungsreferent*innen globale Verknüpfungen untersucht, mit Ursachen von Migration in Beziehung gesetzt und mittels altersgerechter kultureller Bildungsmethoden aus unterschiedlichen Perspektiven vermittelt. Die Orientierung an den Lebenswelten der teilnehmenden Kinder spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ein zweiter Schwerpunkt des Projektes ist die Vernetzung und Weiterbildung von Kulturvermittler*innen in Museen, Referent*innen des Globalen Lernens sowie Lehrkräften und Erzieher*innen mit dem Ziel, langfristige Bildungskooperationen zwischen Bildungseinrichtungen und Museen aufzubauen und zu fördern.
Globales Lernen ist ein Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung und hat viele Schnittstellen zur Umweltbildung und zu MINT-Themen in Kita und Schule. Hier knüpft das Projekt an und fördert mit Methoden der kulturellen und politischen Bildung die altersgerechte Beschäftigung mit den Wechselwirkungen zwischen lokalen und globalen Zusammenhängen. Dabei werden Fähigkeiten wie Empathie, Sozialkompetenz und Selbstwirksamkeit durch die Verbindung von Wissen, anderen Blickwinkeln und künstlerischem Ausdruck gefördert.
In den kreativen Angeboten erfahren junge Kinder durch das eigene Tun im Umfeld von Kita, Schule und Hort, wie verantwortungsbewusstes Handeln und gemeinsames Leben in einer weltweit vernetzten Gesellschaft gelingen könnte. Prämisse der Projektarbeit ist, dass Kinder das Programm aktiv mitgestalten, ihre eigenen Ideen einbringen und eigene Handlungsspielräume erkunden können.
Museen als außerschulische Lernorte sind mit ihrem jeweiligem Bildungsauftrag prädestiniert für das Lernen in Globalen Zusammenhängen. Aus ihrer Geschichte heraus zeigen sie, wie globale Vernetzungen entstanden sind, wie diese in die Gegenwart wirken und immer wieder neu verhandelt werden. Darüber hinaus haben Museen mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten eine besondere globale Verantwortung.
Über die Geschichte der Institutionen, Exponate, Sammlungen oder Schwerpunktthemen bieten Museen daher vielfältige Anknüpfungspunkte für Themen und Vermittlungsangebote des Lernens in Globale Zusammenhängen und können beispielhaft für ein verantwortungsvolles Miteinander sein.
Mit dem Projekt VOM KOMMEN UND VOM BLEIBEN laden wir Museen ein, durch Bildungskooperationen speziell im frühkindlichen Bereich andere Vermittlungsansätze auszuprobieren, kennenzulernen und mit zu entwickeln und so den Raum zu öffnen für junge Kinder und ihre Sichtweisen.
Seit 2011 engagiert sich Jugend im Museum e.V. im Bereich des Globalen Lernens und verbindet sinnstiftend politische mit kultureller Bildung in kreativen Formaten für Kinder, Jugendliche und Familien. Im Rahmen der Vermittlungsprogramm POSITIONEN, das seit 2016 eine Förderung aus den Mitteln der ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe erhält, werden jeweils für drei Jahre Projekte mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten zum Lernen in globalen Zusammenhängen im Kontext von Museen verwirklicht.