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Standortwechsel 2024, Kleine Ritterburg © Foto Atefeh Kheirabadi
Standortwechsel 2024, Kleine Ritterburg © Foto Atefeh Kheirabadi

Standortwechsel 2024: Kinderfreizeithaus "Kleine Ritterburg"

Datum:

Der fünfte Standortwechsel, dem Residenzprogramm von Jugend im Museum e.V. und der Berlinischen Galerie, wurde in diesem  Jahr in Kooperation mit dem benachbarten Kinderfreizeithaus "Kleine Ritterburg" durchgeführt. Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren trafen sich an Donnerstag Nachmittagen in der Berlinischen Galerie.

Jede*r bringt jede*r etwas bei

Von März 2024 bis Ende Februar 2025 trafen sich Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren aus dem benachbarten Kinderfreizeithaus "Kleine Ritterburg" in der Berlinischen Galerie. Das Kinderfreizeithaus ist ein pädagogisch betreuter Treffpunkt mit einem vielseitigen Programmangebot. Inspiriert von der Dauer- und den wechselnden Sonderausstellungen, probierten die Teilnehmenden an Donnerstagnachmittagen verschiedene künstlerische Techniken aus, für die es in der Gruppe "Know How" gibt. In den Ausstellungsräumen und im Atelier wurde fotografiert, gezeichnet, Muster gesammelt, mit Henna gemalt, gestrickt und getanzt. Mit Film und Fotografie dokumentierte die Gruppe das wechselseitige Ausprobieren und Lernen. 

Ein wiederkehrendes Thema für die Kinder und ihre Erzieher*innen war die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensrealität im Kiez und dem Thema Rassismus. Beim künstlerischen Experimentieren mit unterschiedlichen Perspektiven und Größenverhältnissen und im Austausch über unterschiedliche Bedeutungen von Größe und Stärke entdeckte die Gruppe eine Faszination für "Löcher". Als Lücke, Öffnung oder Riss standen "Löcher" für Durchbrüche in einem schwarzen Raum, für Über- und Ausgänge und für mehr Licht und Perspektive. Zum Projektabschluss zeigte und kommentierte die Gruppe ihre Fotografien im "207m2. Raum für Aktion und Kooperation" unter dem Titel "Durchbrüche zu neuen Welten". 

Zum Abschluss des Projektes thematisierten die Erzieher*innen des Kinderfreizeithaus, dass sie und die Gruppe das Museum auch als einen Ort erleben, der Menschen einschüchtern und sprachlos machen kann. Auch daran hat sich erneut gezeigt, dass es viele Ausschlüsse und Barrieren gibt. 

Projektteam:
Aslı (Pädagogin), Atefeh (Künstlerische Leitung), Azad, Faezeh (Pädagogin), Hamza, Jalila, Leyla, Malak, Malek, Medina, Merve, Musab, Nisa, Nissa, Simay, Zeynep

»Standortwechsel« ist ein Residenzprogramm für Berliner Künstler*innen oder Kollektive, die selbst von Ausschlüssen betroffen sind oder mit benachteiligten Gruppen kooperieren. Die Berlinische Galerie und Jugend im Museum e.V. laden sie ein, gemeinsam über ein Jahr hinweg im Museum zu arbeiten und ihre Perspektiven einzubringen. Die öffentliche Kunstaktion hat die Absicht, neue Stimmen im Ausstellungsraum zu versammeln und Menschen ins Gespräch zu bringen. Standortwechsel ist ein solidarischer Raum, in dem es um die Frage geht, wie wir im Kunstmuseum gesellschaftliche Inklusion leben können.

Das Programm ist gefördert durch die Schering Stiftung.


Nachdem 2019 die Kunstwerkstatt Kreuzberg der Lebenshilfe an dem Programm teilgenommen hat, war 2020 Mpower e.V. Kooperationspartner. Im Jahr 2021 fand eine Zusammenarbeit mit Frauen aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Stallschreiberstraße statt. Von 2022 bis Herbst 2023 trafen sich die "Nähwerkstatt" und die "Vätergruppe" von Yekmal e.V. in der Berlinischen Galerie. Im Jahr 2024 brachten Kinder aus dem Freizeithaus "Kleine Ritterburg" ihre Perspektiven im Programm "Standortwechsel" in die Berlinische Galerie ein. 

Mehr zu den Projekten: Standortwechsel 2022/2023 | Standortwechsel 2021 | Standortwechsel 2020 | Standortwechsel 2019

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